Kräuterführung an der Mainschleife

Maria Sauer und das nützliche Unkraut, das nie vergeht



„Ein bisschen Hexe war ich schon immer“, schmunzelt Maria Sauer und schneidet einen bunt gesprenkelten Rosenwasserkuchen auf. Eine Führung durch ihren ländlichen Nutz- und Kräutergarten vor den Toren von Sommerach ist nicht nur lehrreich, sondern auch lecker. Neben allerlei Garten-, Heil- und Wildkräuterwissen bietet die passionierte Naturfreundin ein Buffet aus frischen Detox-Getränken, selbst hergestelltem Gebäck und herzhaften Aufstrichen an. Die verwendeten Zutaten machen die Speisen äußerst bekömmlich. Ein wenig Nervenkitzel ist auch dabei, wenn man den giftig-grünen Begrüßungstrunk aus Secco und Waldmeistersirup das erste Mal probiert.


Früher war Maria die gute Seele in einem Schulsekretariat, dann erkrankte ihr Ehemann und sie suchte nach einer ausgleichenden Ergänzung zur Schulmedizin. Die Antwort las sie in alten Klosterbüchern: „Was der Mensch zum Leben braucht, findet er vor seiner Haustür.“ Seitdem hat Familie Sauer eine komplette Ernährungsumstellung durchgemacht. Kämpft der Magen mit Unverträglichkeit, kommt Artischocke zum Einsatz. Macht die Verdauung Probleme, werden Fen-chelsamen unters Essen gemischt. Bei Frauenleiden helfen antiseptische Öle aus Scharfgarbe. Und statt Antibiotikum macht sich Maria die antibakterielle Wirkung von Kapuzinerkresse zunutze. 2013 absolvierte sie eine Ausbildung zur Kräuterführerin und gibt seitdem ihr profundes Wissen und ihre große Freude an den Geschenken der Natur in Schulen, Hauswirtschaftskursen und Führungen weiter.



Für die „Kräuter-Maria“ ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Neben drei Hektar Weinbaufläche kümmert sie sich mit ihrem Mann jeden Tag um ihren Dorfgarten. Spargel, Zucchini, Kürbisse, Mangold, Himbeeren – ein Fest für Augen und Gaumen. Ihre köstlichen Rezepte für Brennnesselknödel, Kräuterchips und Muskateller-Salbei-Bowle gibt sie auf ihrer Homepage weiter. Bei den 1,5- bis 3-stündigen Führungen erklärt sie zudem, wie man Tinkturen gegen blaue Flecken und Honigkleesalbe für eingerissene Hände herstellt. Die Regeln für ein Leben mit Kräutern sind einfach: Früh am Tag enthalten sie die meisten Inhaltsstoffe; nie am Straßenrand bedienen; und nur so viel pflücken, wie man braucht. Die wichtigste ist aber sicher, sich nur an Bekanntes zu wagen.

„Im Zweifelsfall muss man bis zur Blüte warten, um das Kraut sicher zu erkennen. Denn grundsätzlich kann man alle Kräuter essen. Manche aber halt nur ein Mal.“

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www.wilde-frankenkraeuter.de


 

Foto: studio zudem

Text: Viviane Bogumil


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